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Evangelische Kirchengemeinde Werden

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Was gibt es Neues von SERPAF?

Voranstellen wollen wir das Dankeschön, das uns von Rachel und Adriane, den Direktorinnen von SERPAF, zum Neuen Jahr erreichte.

„Alle Worte der Welt wären unzureichend, um unsere Dankbarkeit für die langjährige und so vertrauensvolle Partnerschaft auszudrücken. Jede Geste, jede Aktion des Arbeitskreises Serpaf Essen Werden und der vielen Freund*innen und Unterstützer*innen erreichen unser Projekt in segensreicher Weise. Diese Mittel der Unterstützung tragen die Kraft der Veränderung in sich und verbreiten Liebe und Hoffnung in den Familien von SERPAF. Wir wünschen euch und Ihnen ein Jahr 2019 voll Licht und gegenseitiger, erlebter Solidarität.
                                                                                                                                                            Das Team von SERPAF

Da es im Nachgang zur Präsentation der Partnerschaftsreisegruppe im Juni 2018 nach Sete Lagoas einige Fragen gab,  haben wir anlässlich eines privaten Besuchs von Rachel in Essen in einem Gespräch versucht, einige der Nachfragen zu klären und transparenter zu machen.

1999 begannen wir SERPAF zu helfen, die von der Einrichtung betreuten ca. 800 Kinder mit täglichen warmen Mahlzeiten zu versorgen. Wichtig erschien uns auch die Stärkung des Selbstbewusstseins durch sozialpolitische Bildungsmaßnahmen, Aufklärung über ihre Rechte, sportliche und kreative  Aktivitäten. Das alles gelang gut und sorgte dafür, dass die Einrichtung weiterhin im Förderkreis der Kindernothilfe verblieb.

 „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten ein großes Wort in der Arbeit mit Partnerschaften mit dem Ziel, Einrichtungen auf eigene Füße zu stellen, bewog uns seinerzeit, gemeinsam mit SERPAF zu überlegen, ob eine Backstubeneinrichtung hilfreich wäre, um die Einrichtung zu unterstützen.

Wir erhielten die Ausstattung der Bäckerei Unterbarnscheidt an der Heidhauser Straße 2003 von der Bäckerei Peter und exportierten unter großem Aufwand die Geräte nach Brasilien. Die Ankunft der Backstube 2 Jahre später erfüllte alle mit Stolz und Freude. Einige Frauen schlossen sich zu einer „Kooperative“ zusammen, die SERPAF mit dem täglichen Bedarf an Brot und Brötchen versorgte. Weiterhin stellten sie Torten und Gebäck auf Bestellung für Familienfeiern usw. her. Nebenbei gab es sporadisch Koch- und Backkurse.

Bedingt durch den Verschleiß der alten Maschinen und persönliche Probleme der Frauen untereinander, lag die Backstube inzwischen einige Zeit brach. Allerdings haben im Dezember zwei Frauen ihr Interesse bekundet, die noch intakten Geräte und die Backstube zu nutzen. Die Bedingungen werden gerade ausgearbeitet. Diese Entwicklung zeigt, dass die Backstube zwar nicht mehr die Betriebskosten von SERPAF senkt, aber dabei hilft, die Lebensqualität von Menschen zu verbessern.

Das trifft auch für die Schreinerei zu.  2008 wurde mit Hilfe unserer Spenden und durch erhebliche Unterstützung  des Kindermissionswerkes „Die Sternsinger“ im Randgebiet von Sete Lagoas eine neue Halle gebaut, die die alten vorhandenen Schreinereimaschinen aufnehmen konnte. Der bisherige Standort in der Ortsmitte musste aufgegeben werden. In der neuen Schreinerei wurden die Rohlinge für die Lianenarbeiten (CIPO) gefertigt, die größtenteils in die USA exportiert wurden. Bei mehreren Einbrüchen wurden Materialen gestohlen, Kupferrohre ausgegraben und schließlich Teile der Maschinen abgebaut. Gestohlen und verkauft und in Drogen umgesetzt. Leider blieben nach und nach krisenbedingt auch die Bestellungen der Kunden aus den USA für die Lianenarbeiten aus, so dass eine Fertigung nicht mehr rentabel war.

Ideen, andere gut absetzbare Holzarbeiten herzustellen und zu vermarkten scheiterten Da das Grundstück auf der die Schreinerei errichtet wurde der Stadt Sete Lagoas gehört, kann die Halle nicht verkauft werden.

Inzwischen wohnt ein Mitarbeiter von SERPAF kostenfrei im Gebäude der Schreinerei. Er hat als Gegenleistung die Halle so hergerichtet, dass auch Veranstaltungen von SERPAF dort stattfinden können. Er wartet und repariert die Maschinen und betätigt sich kostenlos als Leiter von verschiedenen Projekten von SERPAF. Außerdem stellt er einige kleine Dinge in Eigenregie her und verkauft sie. Dadurch ist eine „Win-Win Situation“ entstanden.

FAZIT:

Nach wie vor ist neben der Persönlichkeitsbildung und der sozialpolitischen Entwicklung  der Kinder und Jugendlichen die warme Mahlzeit für alle Teilnehmer von SERPAF sowie die Vorbereitung auf den Eintritt ins Berufsleben Ziel  der Arbeit von SERPAF.

Mit vielen neuen Ideen und Projekten wird dieses Ziel immer besser erreicht. Beispielhaft seien hier die von den Jugendlichen unter professioneller Anleitung selbst entwickelten Theaterprojekte erwähnt, die sich mit Themen wie Gewaltbekämpfung, Ökologie und Kultur befassen. Dieses Projekt fördert in hohem Maße die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen. Indirekt wird damit auch ihre berufliche Qualifikation unterstützt.

Gedanken gemacht haben wir uns über den Begriff „Hilfe zur Selbsthilfe“ und ihn für uns neu definiert. Wie auch in Deutschland ist es für soziale Einrichtungen praktisch unmöglich, unabhängig von Fremdzuwendungen und Spenden zu existieren. Darum ist unsere Unterstützung weiterhin von fundamentaler Wichtigkeit.

Dennoch leistet SERPAF bei den Kindern und auch bei den Erwachsenen „eine Art Hilfe zur Selbsthilfe“.  Jugendliche, die SERPAF besucht haben, haben durch das erlebte Empowerment Selbstbewusstsein erlangt und gelernt, wie man durch Selbstvertrauen, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit größere Chancen beim Eintritt in das Berufsleben hat. Viele nehmen ihr Leben in die Hand, einige kommen nach der Ausbildung  zurück, um als Leiter bei SERPAF-Projekten  mitzuhelfen und damit Jüngeren auf den Weg aus der Armutsspirale zu helfen.

SERPAF ist in Sete Lagoas und Umgebung eine Erfolgsgeschichte. Etliche Mitglieder des Arbeitskreises konnten sich vor Ort von der guten Qualität der Arbeit und der enormen positiven Entwicklung und Professionalisierung der Einrichtung überzeugen.

Im Augenblick blicken die Menschen von SERPAF besorgt in die neue politische Zukunft. Wir teilen diese Sorge mit ihnen und wollen uns weiterhin mit aller Kraft für die Belange der Kinder und Jugendlichen in Sete Lagoas einsetzen.

12. Januar 2019

Silvia von Bruchhausen, Reni Kümmerlein und  Doris Korpiun